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Massaker im Iran – ein Appell an die Menschlichkeit

Die Bilder und Berichte aus dem Iran sind kaum zu ertragen. Sie sind keine entfernten Schlagzeilen mehr, keine abstrakten Nachrichten. Sie sind Stimmen aus einer Realität, die mich täglich erreicht. Ein Regime, das seine eigene Bevölkerung seit Jahrzehnten unterdrückt, geht mit brutaler Gewalt gegen Menschen vor, die nichts weiter fordern als Freiheit, Würde und ein Leben ohne Angst.

Was sich derzeit im Iran abspielt, ist keine politische Randnotiz. Es ist ein humanitäres Desaster.

Eine Mutter, ein Kind – und 3.500 Dollar

Aktuell kursiert in den sozialen Medien in der iranischen Community eine Sprachnachricht. Eine Mutter, verzweifelt, mit brüchiger Stimme. Ihr Kind wurde von Sicherheitskräften erschossen. Doch damit endet der Albtraum nicht. Das Regime verlangt von ihr 3.500 Dollar, bevor sie den Leichnam ihres eigenen Kindes zurückbekommt. Zusätzlich soll sie einen Kuchen mitbringen – als würde es sich um einen Verwaltungsakt handeln, nicht um einen Mord.

Diese Forderung ist kein Einzelfall. Sie ist Teil eines Systems, das Menschen systematisch entwürdigt. Wenn selbst der Tod eines Kindes zur Einnahmequelle wird, dann ist jede moralische Grenze längst überschritten.

Das ist keine Politik mehr. Das ist Grausamkeit. Kalt, berechnend, unmenschlich.

Tausende Tote – und das Schweigen der Welt

Die Berichte, die mich aus dem Iran erreichen, sprechen von Tausenden Toten. Von jungen Menschen, die auf offener Straße erschossen werden. Von Familien, die nicht einmal trauern dürfen, ohne Repressionen zu fürchten. Krankenhäuser sind überfüllt, Verletzte werden verfolgt, das Internet wird abgeschaltet, um Beweise zu unterdrücken.

Und während im Iran Menschen um ihr Leben kämpfen, verliert sich der Westen in diplomatischen Formulierungen. Ich frage mich immer wieder: Wie viele Tote braucht es noch, bis klare Konsequenzen folgen?

Zwischen Angst, Hoffnung und Ohnmacht

Die Menschen im Iran kämpfen nicht nur gegen ein brutales Regime, sondern auch gegen das Gefühl, allein gelassen zu werden. Viele sagen mir: Worte reichen nicht mehr. Symbolische Gesten helfen nicht, wenn täglich Menschen sterben.

Auch hier bei uns entsteht Ohnmacht. Doch Ohnmacht darf nicht in Gleichgültigkeit umschlagen. Hinter jeder Zahl steckt ein Mensch. Hinter jedem Video eine Familie. Und hinter dieser einen Geschichte – 3.500 Dollar und ein Stück Kuchen – steckt eine Mutter, deren Leben für immer zerstört wurde.

Ein Appell an uns alle

Es ist Zeit, Verantwortung zu übernehmen. Nicht nur zuzuhören, sondern Haltung zu zeigen. Nicht nur betroffen zu sein, sondern solidarisch zu handeln – sichtbar, laut und konsequent.

Schweigen schützt Täter. Wegsehen macht mitschuldig.

Der Iran braucht unsere Stimmen. Jetzt.